Apple Music  –  Der erste Eindruck zählt

Seit kurzem ist Apple Music offiziell auf dem Markt. Wie schlägt es sich gegenüber seinem grossen Konkurrenten Spotify?

Gestern Morgen. 10:30 Uhr in Deutschland. Plötzlich fiel mir siedend heiß ein, dass Apple Music verfügbar sein müsste. Wurde mir zumindest auf der Apple Keynote versprochen. Also das iPhone gezückt, die Einstellungen-App aktiviert und nach einem neuen iOS Update geschaut. Nach einiger Zeit war dann alles fertig und ich habe direkt die gepimpte Musik App gestartet.

Welches Abo darf es denn sein?

Zu Beginn darf man sich entscheiden, welche Art von Abo es denn sein soll. Es gibt das Einzelabo für 9,99 € oder das Familienabo für 14,99 €, bei dem weitere 5 Familienmitglieder Apple Music verwenden können. Das ist gegenüber Spotify ein ganzes Stück günstiger.

Jetzt gehts ans Eingemachte…

Nun will Apple Music deinen Musikgeschmack wissen. Das wird in zwei Schritten vollzogen. Im ersten Schritt gibst du deine bevorzugten Musikgenres an und im zweiten Schritt deine Lieblingskünstler. Das ist in beiden Fällen schick gemacht, aber auch nervig zu bedienen. Außerdem finde ich die Auswahl der Genres etwas zu oberflächlich.

5 verschiedene Bereiche

Für Dich

 

0*OPujco9SngfnIiDVDieser Bereich enthält redaktionell aufbereitete Playlisten die zu deinem Musikgeschmack passen. Zu Anfang ist der Inhalt dieses Bereichs noch sehr übersichtlich. Nach einiger Zeit wird diese Seite immer voller und voller. Persönlich finde ich das sehr gelungen und einen Tick besser als Spotify.

Neu

0*vPGaHIDRsy4AfEZW

Hier findest du neue Veröffentlichungen. Du kannst entscheiden, ob du Genre-unabhängige Neuigkeiten erhalten willst oder für ein spezielles Genre. Leider kann man hier nicht mehrere Genres auswählen. Hier besteht noch Verbesserungsbedarf.

Radio

0*B4Bgr4QQZlfbrXUG

Ja, das liebe Radio. Hier gibt es ein Webradio mit echten DJs und das Erbe von Beats 1 wird sehr deutlich, denn so heißt das Radio auch. Allerdings ist es, wie bei Spotify auch, möglich, Künstlerradios zu starten und Apple Music versucht passende Titel zu finden. Mein erster Eindruck ist, dass es das auch hinbekommt. Ich denke die Qualität dieser Sender steigt auch mit der Nutzeranzahl und der eigenen Verwendung von Apple Music.

Connect

0*DsFLTgpmQcPwVh_H

Was dem alten iTunes sein Ping war, ist für Apple Music Connect. Hier kannst du – ähnlich wie bei Facebook – deinen Lieblingskünstlern auf Schritt und Tritt folgen. Wie gut das ankommt, hängt natürlich auch an der Bereitschaft der Künstler, neben Facebook, Twitter, Instagram & Co einen zusätzlichen Social Media Auftritt zu pflegen.

Meine Musik

0*RY-njAL5klD0IwN4

Das ist die Schaltzentrale für deine gekaufte Musik, deine Playlists und gespeicherte Musik. Hier erscheinen automatisch alle Künstler, denen du folgst. Folgen kannst du einem Künstler, wenn du auf der entsprechenden Künstlerseite bist mit dem Button Follow.

Playlists

Playlists sind das Herzstück eines solchen Dienstes. In Apple Music kannst du die Inhalte von Playlists neu sortieren, einzelne Titel entfernen und hinzufügen. Du kannst auch Playlists teilen. Allerdings habe ich noch nicht rausgefunden, wie man es hinbekommt, dass man gemeinsam eine Playlist editieren kann. Es gibt hier auch die Möglichkeit, die Inhalte einer Playlist komplett offline zu haben, um somit Datenvolumen zu sparen. Diese Option findest du in dem Menü, das erscheint, wenn du auf die 3 Punkte drückst.

image7

Playlist-Ansicht

Familienfreigabe

Auch, die in iOS 8 eingeführte Familienfreigabe wird unterstützt. Wenn du als Familienorganisator das Abo abgeschlossen hast, kann jedes Familienmitglied Apple Music nutzen, ohne ein eigenes Abo abschließen zu müssen. Allerdings hätte ich mir hier Support für Playlists gewünscht, so dass es einfacher ist, innerhalb einer Familienfreigabe Playlists zu teilen.

Automatisches Folgen

In Spotify fand ich es immer ziemlich lästig, wie man den Künstlern folgen konnte. Man musste die Künstlerseite aufrufen und den entsprechenden Button betätigen. Apple Music hat eine Option, bei der man Künstlern automatisch folgt, wenn man die Seite besucht hat, einen Titel angehört oder auch nur einen Titel zu einer Playlist hinzugefügt hat.

image8

Wem folge ich bereits?

Siri und Apple Music

Natürlich habe ich auch die Integration von Siri mit Apple Music ausprobiert. Die klassischen Befehle wie Wiedergabe, Stop, Weiter, Zurück funktionieren genauso wie Spiele Wiedergabeliste XXX und Spiele XXX. Auch die Frage: Wie heißt der Song. Allerdings spricht dann Siri nicht mit einem, zumindest nicht mit mir. Außerdem reagierte danach Siri nicht mehr auf das Hey Siri.

image10

Steuerung von Apple Music mit Siri

Im Zusammenhang mit Hey Siri (aktivierbar unter den Einstellungen -> Siri) ist das ne ganz nette Funktion, wenn das iPhone in einer Dockingstation steckt und man nicht aufstehen mag.

iCloud-Musikmediathek

Mit Apple Music kommt auch die iCloud-Musikmediathek. Vom Angebot her klingt es wie bei iTunes Match. Mit iTunes Match konnte man seine Musikbibliothek synchronisieren und hat für Titel, die auf iTunes verfügbar waren automatisch DRM-freie MP3s in guter Qualität bekommen. Man konnte also seine lokalen Kopien getrost löschen, da iTunes Match immer die MP3s zum streamen oder zum Download angeboten hat.

 Bei der iCloud-Musikmediathek ist das anders. Dort sind die MP3s, die ich dort streame oder downloade nicht DRM-frei. Das ist bei Spotify genauso. Nur die MP3s, die nicht im Apple Music Katalog verfügbar sind und die ich selber hochgeladen habe, sind DRM-frei. Wird das Abo beendet, so sind nur noch diese MP3s nutzbar. Man sollte definitiv nicht seine lokalen MP3s löschen, wie man das bei iTunes Match konnte.

Fazit

Der erste Eindruck zählt ja immer mehrfach. Somit hat Apple Music vieles richtig gemacht. Die App sieht gut aus und hat auch schon einen ziemlichen Funktionsumfang. Vor allem die redaktionellen Inhalte klingen vielversprechend. Das ist ein Feature, das Spotify gar nicht bietet. Insgesamt wirkt Apple Music etwas aufgeräumter und benutzbarer. Natürlich fehlen noch ein paar Funktionen, wie direktes Erstellen von Playlists im Zur Playlist hinzufügen-Dialog und ein besseres Sharing von Inhalten innerhalb einer Familienfreigabe. Wünschenswert wäre auch eine Suche nach Genres bzw. etwas mehr Genres. Und nicht zu allen Interpreten gibt es Ähnliche Interpreten.

Aber alles in allem ein verheißungsvoller Start und mal sehen, was sich in den nächsten 3 Monaten tut. Spannend wird auch sein, wie die Integration mit Android Geräten funktioniert. Neben der iCloud-Integration benötigt eine Android App auch die Familienfreigabe.

Da auch noch die AppleTV im Angebot fehlt (soll ja auch im Herbst nachgeliefert werden), stellt sich mir noch die Frage, wie es mit der Unterstützung von SmartTVs, Spielkonsolen & Co aussieht. Da hat Spotify definitiv noch einen großen Vorsprung.

Posted by Thorsten Kamann

  1. […] ich Apple Music als Streamingdienst verwende, ist das mit der Watch eine nette Sache. Ich kann Musik steuern […]

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.