Die Capture One Pro Sitzung erklärt

Eine Capture One Sitzung ist ideal, um eine Fotosession oder ein Fotoprojekt zu verwalten. Allerdings ist die Struktur und der damit verbundene Workflow einer Capture One Sitzung sehr einfach gehalten. Dieses Tutorial zeigt Dir, wie Du eine solche Sitzung erweitern und auf Deine Bedürfnisse anpassen kannst und bietet Dir eine Vorlage zum Download an.

In Capture One kannst Du Dich zwischen Sitzungen und Katalogen entscheiden. Während ein Katalog die klassische Sammlung von Fotos aller Art ist, hat eine Capture One Sitzung einen deutlich fokussierteren Anwendungsbereich. Mit Sitzungen kannst Du einzelne Aufträge, Shootings oder Projekte bearbeiten und nach Beendigung archivieren.

Die Idee hinter einer Capture One Sitzung ist grandios und war immer eines der Features, die ich bei Lightroom vermisst habe. Vor allem bei einem Shooting musste man immer aufpassen, dass man nicht Fotos von anderen Models sichtbar wurden (Datenschutz) oder hat einen neuen Lightroom-Katalog erstellt und erstmal begonnen diesen zu konfigurieren.
Mit Sitzungen fällt das weg, da in Capture One Sitzungen fest in den Workflow gehören. Wie Du Dir Deine Sitzung und wie Du Deinen Workflow innerhalb einer Sitzung einrichten kannst, zeige ich Dir in diesem Tutorial am Beispiel, wie ich mit Sitzungen arbeite. Am Ende des Tutorials gibt es eine Vorlage für eine Sitzung zum Download.

Was sind eigentlich Capture One Sitzungen?

Sitzungen sind eine Dateiablagestruktur, in der Fotos abgelegt werden können, die aber auch auf Änderungen von Capture One überwacht werden. Das bedeutet, dass neue Fotos nicht über einen Importvorgang der Sitzung hinzugefügt werden müssen, sondern dass es völlig ausreicht, neue Fotos in ein entsprechendes Verzeichnis zu kopieren oder zu verschieben.

Neue Sitzung anlegen

Mit Datei -> Neue Sitzung kannst Du eine neue Sitzung anlegen. Es erscheint ein Dialog, in dem Du Deine Sitzung personalisieren kannst.

Du kannst Deiner Sitzung einen sprechenden Namen geben (1). Dieser Name wird automatisch für den Namen der Aufnahme (8) vorgeschlagen. Mit dem Speicherort (2) wird das Verzeichnis festgelegt, in dem die Fotos abgelegt werden sollen und in dem die Unterverzeichnisse für den Aufnahmeordner (4), den Auswahlordner (5), den Ausgabeordner (6) und der Papierkorbordner (7) angelegt werden. Die Namen der Unterordner kannst Du für den Moment so lassen wie sie sind. Später zeige ich Dir, wie Du eine Sitzungsvorlage (3) anlegen kannst.

Die Struktur einer Sitzung

Mit einem Klick auf OK erstellst Du die Capture One Sitzung. Werfen wir einen kurzen Blick auf das Dateisystem. Innerhalb des Speicherorts (2) hat Capture One ein neues Verzeichnis angelegt und die Unterverzeichnisse gemäss Deinen Angaben für die einzelnen Ordner erstellt. Zusätzlich gibt es noch eine Datei mit der Endung .cosessiondb. Dort verwaltet Capture One Deine Einstellungen und Anpassungen an den Fotos. Mit einem Doppelklick auf diese Datei kannst Du jederzeit die Sitzung in Capture One öffnen.

Zurück in Capture One siehst du im Bibliotheksregister auch die Sitzungsordner (1). Jedoch nicht mit den Namen der Unterverzeichnisse sondern mit den immer gleichen Namen. Intern weiss Capture One, dass es z.B. für den Auswahlordner das Verzeichnis Meine Sitzung/Selects überwachen muss.

Zusätzlich zu den Sitzungsordnern gibt es noch die Sitzungsalben (2), mit denen Du beliebig Alben (Standard oder Intelligent) erstellen kannst, um Deine Fotos besser zu ordnen. Die Sitzungsfavoriten (3) sind dafür gedacht, weitere Verzeichnisse anzeigen zu können. Dafür klappst Du die Systemordner (4) auf, navigierst bis zu dem gewünschten Verzeichnis und und fügst es nach einem Rechtsklick und Klick auf Zu Favoriten hinzufügen zu Deinen Sitzungsfavoriten hinzu.

Der Workflow einer Capture One Sitzung

Der Workflow, der hinter dieser Struktur liegt, ist denkbar einfach. Du nimmst die Bilder auf bzw. kopierst oder importierst diese in den Aufnahmeordner. Dann triffst Du eine Auswahl, die Du in den Auswahlordner verschiebst. Der nächste Schritt ist die Entwicklung und Bearbeitung der ausgewählten Fotos.
Bist Du mit dem Ergebnis zufrieden exportierst Du die Fotos, z.B. für Facebook, Instagram, für den Kunden oder den nächsten Post-Production Schritt.
Jederzeit kannst Du natürlich Fotos im Papierkorb entsorgen.

Was dem Workflow noch fehlt

Dieser Workflow ist einfach und übersichtlich und ist als Grundlage perfekt. Allerdings kann ich nicht so einfach erkennen, welches Foto ist jetzt fertig bearbeitet und bei welchem Foto warte ich noch auf Feedback des Models, des Kunden. Deswegen erweitere ich den Workflow um genau diese Aspekte.

Da ich die Sitzungsordner einer Capture One Sitzung nicht erweitern kann, nutze ich Sitzungsalben für In Bearbeitung, Warte auf Feedback und Fertig. Bei den Sitzungsalben habe ich die Wahl zwischen einem Album und einem Intelligenten Album. Ein Album ist wie ein Fotoalbum, in das ich manuell die Fotos hinzufügen und wieder wegnehmen kann. Ein intelligentes Album bestimmt seinen Inhalt anhand von Abfragekriterien. Ich nutze dafür Farbmarkierungen, Du kannst aber auch Sternbewertungen oder Stichwörter oder eine Kombination aus allem verwenden.

Intelligente Alben anlegen

Beginnen wir direkt mit dem ersten intelligenten Album für die Fotos, die in Bearbeitung sind. Mit dem kleinen Plus neben dem Label Sitzungsalben kann ich ein intelligentes Album erstellen. In diesem Album sollen nur Bilder mit einer orangenen Farbmarkierung enthalten sein.

Dasselbe machst Du jetzt für Warte auf Feedback und Fertig. Für Warte auf Feedback nutze ich die gelbe und für Fertig eine grüne Farbmarkierung.

Exportverzeichnis als Sitzungsfavoriten einrichten

Nach der Bearbeitung ist vor dem Export. Meistens möchte man die Fotos, die bearbeitet wurden, auch auf anderen Geräten oder im Internet zeigen. Deswegen steht am Ende meistens ein oder mehrere Exporte an. Bei den Sitzungsordnern gibt es das Ausgabeverzeichnis als Ziel für die exportieren Fotos. Um dort ein wenig Ordnung zu halten, bietet es sich an verschiedene Formate und Abmessungen in verschiedene Unterverzeichnisse zu exportieren.
Ein Unterverzeichnis kannst Du bei der Datei-Einstellung einer Verarbeitungsvorgabe einstellen (1).

Damit wird ein Unterverzeichnis im Ausgabeverzeichnis erstellt, welches du dann als Sitzungsfavorit innerhalb der Capture One Sitzung markieren kannst, indem Du in dem Systemordner zu dem gewünschte Ordner navigierst und dort mit einem Rechtsklick die Option Zu Favoriten hinzufügen auswählst. Danach erscheint ein neuer Eintrag unter den Sitzungsfavoriten.

Vorlage für künftige Sitzungen speichern

Es wäre natürlich sehr mühsam, diese ganzen Schritte bei jeder neuen Sitzung durchzuführen. Zum Glück ist es möglich in Capture One sämtliche Einstellungen als Vorlage zu speichern. Dazu wählst Du im Menü Datei die Option Als Vorlage speichern… und gibst einen beliebigen Dateinamen ein.
Wenn Du dann eine neue Sitzung anlegen willst, wählst Du einfach Deine neu erstellte Vorlage aus (1).

Vorlage downloaden

Du kannst eine Vorlage downloaden, die die Einstellungen aus diesem Tutorial beinhaltet.

Nachdem Du das ZIP-Archiv entpackt hast, kannst Du die Vorlage unter
* C:\Users\USER\AppData\Local\CaptureOne\Templates (Windows)
* /Users/USER/Library/Application Support/Capture One/Templates (MacOs)
installieren. In beiden Fällen musst du USER gegen Deinen Benutzernamen ersetzen.

Nach einem Neustart von Capture One kannst Du für eine neue Sitzung das Template PICTOR | Session auswählen.

Download “Vorlage für eine Capture One Sitzung” Capture-One-Sitzungsvorlage.zip – 127-mal heruntergeladen – 8 KB


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Posted by Thorsten Kamann

Thorsten ist der Gründer von PICTOR PHOTOGRAPHY. Er ist leidenschaftlicher Fotograf und an vielen Themen rund um die Fotografie interessiert. Er bietet neben Fotowalks auch Workshops und Unterstützung bei Fragen zur Fotografie, Social Media, Web an.

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[…] des Bildbestands anschließt. Leider kommen Sitzungen dabei etwas kurz, aber dafür gibt es mein Tutorial, das alles wichtige zu Sitzungen erläutert. In Kapitel 5 lernst Du alles Wichtige über […]

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