Foto-Metadaten für deine Webseite – IPTC in WordPress erklärt

Wordpress kann von sich aus nicht gut mit den Metadaten in Fotos umgehen. In diesem Tutorial erfährst Du, wie Du Wordpress das beibringen kannst und somit die Zusammenarbeit mit Capture One oder Lightroom optimierst. Als Goodie, zeige ich Dir noch, wie Du automatisch thematische Galerien für Dein Portfolio erzeugen kannst.

Zur Zeit arbeite ich an einer neuer Version meiner Webseite. In diesem Rahmen möchte ich ein paar nervige Sachen abstellen, die immer Zusatzaufwand bedeuteten.

In diesem Tutorial möchte ich Dir 2 Dinge mit an die Hand geben, die Dir Zeit sparen und gleichzeitig die Qualität und das Ranking Deiner Webseite erhöhen.

Wenn ich meine Bilder bearbeite pflege ich üblicherweise auch die Metadaten. Neben Copyright-Informationen füge ich auch eine Beschreibung und einen Titel dem Bild hinzu. Mich hat es immer geärgert, dass WordPress diese Informationen nicht automatisch übernommen hat.
Ein anderer Punkt ist, dass ich meine thematischen Portfolioseiten immer von Hand aktualisieren musste und das häufig vergessen habe. Auch dies möchte ich automatisieren.

Pflege der Metadaten

Es gibt verschiedene Ansätze um Fotos mit zusätzlichen Daten zu versehen. Neben den bekannten EXIF-Daten, die von der Kamera selbst geschrieben werden und grundsätzlich unveränderlich sind, gibt es noch einen weiteren Ansatz mit dem Namen IPTC.

Der IPTC-IIM-Standard

Mit diesem Ansatz kannst Du zusätzliche Informationen zu deinen Fotos einpflegen. Ziel dieses Standards ist es einen einheitlichen Datensatz zu Medien zu haben. Neben einer Headline kannst du Daten wie Beschreibung, Kategorien, Copyright-Informationen, abgebildete Personen, Locations und vieles mehr hinzufügen. Die bekannten RAW-Konverter wie Capture One und Lightroom haben ausgereiften Support für die Pflege solcher Daten. Alternativ gibt es auch Tools, die sich auf Metadaten zu Medien spezialisiert haben.

Welche Metadaten sind relevant?

WordPress bietet in seiner Medienbibliothek 4 verschiedene Felder für die Verwaltung der Metadaten an:

  • Titel – Titel des Bildes
  • Beschriftung – Ein kurze Beschriftung des Bildes, kann in Beitragen oder Seiten eingeblendet werden
  • Alternativtext – Falls das Bild nicht angezeigt werden kann, wird dieser Text verwendet.
  • Beschreibung – Längerer Text, der das Bild in mehr Details beschreibt

Zusätzlich möchte ich noch die Bilder kategorisieren, damit ich weiss, welche Bilder sind Tierfotos, welche Portraits usw.

Wenn ich jetzt vergleiche, was mir Capture One oder Lightroom an Eingabemöglichkeiten für entsprechende Metadaten anbietet, sehe ich folgende Optionen:

  • Titel (Lightroom Classic) oder Überschrift (Capture One)
  • Bildunterschrift (Lightroom Classic) oder Beschreibung (Capture One)
  • Kategorie
  • Andere Kategorien (Lightroom Classic) oder Zusätzliche Kategorien (Capture One)

Das sieht doch schon gar nicht so schlecht aus. Jetzt überlege ich mir also, welche Daten wo in WordPress auftauchen sollen:

WordPress Lightroom Capture One
Titel Titel Überschrift
Beschriftung Titel Überschrift
Alternativtext Titel Überschrift
Beschreibung Bildunterschrift Beschreibung
Kategorien Kategorie + Andere Kategorien Kategorie + Zusätzliche Kategorien

Das klingt doch schon nach einem Plan, oder?

IPTC in WordPress

Oh je… 😮
Ich habe die entsprechenden Metadaten eines Fotos gepflegt und dieses in WordPress hochgeladen. Aber das einzige was man sieht ist der Dateiname im Titel. Alles andere ist leer und Kategorien für Medien gibt es überhaupt nicht.

Damit das alles funktioniert, muss Du Dein WordPress um das Plugin Media Library Assistant erweitern. Neben wirklich leistungsfähigen Features kannst du ein Mapping zwischen den IPTC-Daten Deiner Bilder und den WordPress Daten machen. Zusätzlich gibt es auch Kategorien, die hier Datei-Kategorien heißen.

Das IPTC-Mapping

Aber zuerst der komplexe Part mit der meisten Magie in sich. Nach der Installation und Aktivierung des Media Library Assistant findest Du die Einstellungen dazu unter  Einstellungen -> Medien Assistent. Der Medien Assistent hat sehr viele Optionen, fürs erste interessiert uns nur der Reiter IPTC/Exif.

Du hast auf der linken Seite 3 Optionen, die bestimmen, wann die Synchronisation zwischen den Metadaten der Fotos mit denen von WordPress ausgeführt werden sollen. Ich habe alle Möglichkeiten ausgewählt. Das ist aber Dir völlig überlassen.

Auf der rechten Seite siehts du alle Mapping-Regeln. Bist Du mit dem Mauszeiger über dem Namen einer Regel, erscheint ein kleines PopUp, in dem Du Bearbeiten wählen kannst.

In diesem Dialog kannst du bestimmen, wie der Media Library Assistent arbeiten soll:

  • Name: Der Name des Felds in WordPress
  • IPTC Value: Hier kannst Du einen Wert aus der Liste auswählen. Der entsprechende Wert wird dann in das Feld von WordPress übertragen.
  • Exif/Template Value: Reicht Dir der ITPC Value nicht, kannst du hier komplexere Anweisungen geben, wie die Daten übertragen werden sollen.
  • Priority – Hier kannst Du am besten IPTC auswählen
  • Existing Text – Was soll passieren, wenn bereits Text in dem Feld existiert. Du hast die Wahl zwischen Behalten und Überschreiben. Ich überschreibe immer, da die Fotos immer die korrekten Daten enthalten.
  • Status – Hiermit kannst Du eine Regel deaktivieren ohne sie direkt löschen zu müssen. Wähle dazu Unbenutzt. Willst Du die Regel aktivieren wähle Benutzt.

Die Template-Regeln sehen auf den ersten Blick etwas wild aus, sind aber eigentlich relativ einfach zu bedienen. Ein Template beginnt immer mit template: gefolgt von den Anweisungen. Ausdrücke in Klammern sind optional, dh. gibt es keinen Wert für diesen Ausdruck wird einfach nichts angezeigt. Ein Pipe (|) ist ein logisches OR. Ist der erste Ausdruck leer, wird es beim nächsten Ausdruck versucht.

Mapping für den Titel

IPTC Value: None
Template: template:([+iptc:2#105+])|[+file_name,substr(0,-4)+]
Anmerkung: Wenn eine Überschrift (oder Titel in Lightroom) existiert, wird diese genommen, ansonsten der Deteiname ohne Dateiendung.

Mapping für die Beschriftung

IPTC Value: None
Template: template:([+iptc:2#105+])
Anmerkung: Hier wird einfach die Überschrift ausgelesen. Existiert diese nicht, bleibt das Feld leer.

Mapping für den Alternativtext

IPTC Value: None
Template: template:([+iptc:2#105+])
Anmerkung: Hier wird einfach die Überschrift ausgelesen. Existiert diese nicht, bleibt das Feld leer.

Mapping für die Beschreibung

IPTC Value: None
Template: template:([+iptc:2#120+])|([+iptc:2#105+])
Anmerkung: Hier wird versucht die Beschreibung (oder Bildunterschrift in Lightroom) auszulesen. Existiert keine Beschreibung wird anstelle der Titel verwendet. Ist dieser auch leer, bleibt das Feld leer.

Mapping für die (Datei-)Kategorien

IPTC Value: None
Template: template:([+iptc:2#015+])([+iptc:2#020+])
Anmerkung: Hier wird versucht die Kategorie und zusätzlichen Kategorien (oder Andere Kategorien in Lightroom) auszulesen. Daraus wird eine Komma-separierte Liste erzeugt, die der Media Library Assistant auf bestehende oder neue Kategorien mappt.

Die kryptischen Codes findest Du auch in der Liste unter IPTC Value.
Das war es auch schon. Wenn Du jetzt ein Foto hochlädst, bei dem die Metadaten entsprechend gepflegt sind, werden diese genauso in WordPress angezeigt.

 

Goodie: Erzeugen von Galerien anhand einer Kategorie

Eigentlich wären wir fertig. Aber nur fast. Eine Sache, die ich immer als nervig empfand war, dass ich meine Portfolio Seiten immer von Hand aktualisieren musste, wenn ich neue Fotos hochgeladen habe. Häufig habe ich das sogar vergessen. Den ganzen Aufwand mit den Kategorien habe ich nur gemacht, damit ich automatisch anhand dieser Informationen immer aktuelle Portfolio-Seiten habe.

Der Media Library Assistant liefert ein entsprechendes Feature mit. Allerdings habe ich mich schon an ein anderes Galerie-Plugin gewöhnt, welches auch eine Erweiterung für den Gutenberg-Editor anbietet: Meow Gallery (+ Gutenberg Gallery Block).

Zum Glück kann ich beider Gallerien miteinander verknüpfen:

[mla_gallery attachment_category=CATEGORY-SLUG mla_alt_shortcode=gallery]

Der Trick ist, dass die Meow Gallery den normalen Gallery-Shortcode verwendet. Ich gebe einfach diesen bei dem Wert mla_alt_shortcode an und entsprechend werden die Daten an die Meow Gallery weitergegeben.

Nun brauchst Du nur noch die Information, wie du den Wert für die attachment_category herausfindest. Dazu öffnest Du die Einstellungen unter Medien -> Datei-Kategorie. Der Wert, der unter Titelform aufgeführt ist, muss in dem Shortcode für CATEGORY-SLUG ersetzt werden.

Wenn Du jetzt z.B. diesen Shortcode auf eine Seite oder Beitrag einfügst, bekommst Du eine schöne Gallerie angezeigt, in der die neuesten Bilder als erstes angezeigt werden. Der CATEGORY-SLUG für meine Tierfotos ist alles-was-kreucht-und-fleucht:

[mla_gallery attachment_category=alles-was-kreucht-und-fleucht 
orderby="post_date" order="DESC" 
mla_alt_shortcode=gallery]

Zusammenfassung

Auf den ersten Blick sieht das alles relativ kompliziert aus. Aber es lohnt sich die Mühe. Dadurch, dass ich nicht mehr von Hand die Texte für die Bilder in WordPress pflegen muss, sondern dass direkt in meinem Bildbearbeitungswerkzeug tun kann, habe ich eine Stelle, wo ich alles vorbereiten kann. Viele andere Tools unterstützen diese Metadaten und somit spare ich dort Zeit, wenn ich nicht Texte manuell pflegen muss.

Für die Veröffentlichung von Posts meiner Shootings oder Projekte reicht es nun, die Bilder hochzuladen. Die Texte sind automatisch aktuell (wichtig für das Ranking bei Google) und meine Portfolioseiten werden automatisch aktualisiert.

 

Posted by Thorsten Kamann

Thorsten ist der Gründer von PICTOR PHOTOGRAPHY. Er ist leidenschaftlicher Fotograf und an vielen Themen rund um die Fotografie interessiert. Er bietet neben Fotowalks auch Workshops und Unterstützung bei Fragen zur Fotografie, Social Media, Web an.

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