Das Update von Lightroom CC für das iPad 5.3

Das Sommer-Update von Lightroom CC für das iPad stellt die Integration von Photoshop und etwas ähnliches wie virtuelle Kopien zur Verfügung. Wie diese neuen Funktionen sich schlagen erfährst Du in diesem Beitrag.


Mitte Juni 2020 hat Adobe ein großes Update für die Creative Cloud veröffentlicht. Neben den üblichen Verbesserungen bei der Teamarbeit und in vielen Desktop-Anwendungen hat auch Lightroom und Photoshop für das iPad einige lange erwartetete Updates bekommen. Die aktuelle Version für Lightroom CC für das iPad ist die 5.3.0 und bietet nun 2 wichtige Funktionen, die ich hier etwas genauer vorstellen will.

Zusammenarbeit mit Photoshop für das iPad

Endlich! Das langersehnte Feature ist da: Du kannst Fotos an Photoshop übergeben und natürlich auch wieder zurück an Lightroom schicken. Damit ist es jetzt endlich möglich, Anpassungen in Photoshop vorzunehmen ohne umständlich die Fotos zu ex- und importieren. Dein Bearbeitungsworkflow wird dadurch nicht mehr so jäh unterbrochen.

Wie funktioniert dieses Feature überhaupt?

Im Teilen-Dialog von Lightroom gibt es eine neue Option Mit Photoshop bearbeiten. Dadurch wird das Bild gerendert, in ein PSD umgewandelt und an Photoshop übergeben. Nur, wenn ein Foto von Lightroom an Photoshop Auf diese Art übergeben wird, erscheint ein zusätzlicher Button in der Photoshop-App, mit dem Du das Fotos zurück an Lightroom senden kannst. Da das Bildformat PSD ist, werden auch alle Ebenen gespeichert und stehen auch später noch zur Verfügung. Optional gibt es noch die Möglichkeit, das Foto zusätzlich in der Creative Cloud zu speichern und nicht nur in Lightroom. Das Video zeigt Dir den Workflow zwischen beiden Apps.

Wie ist das Handling in der Praxis?

Das Feature ist gut umgesetzt und funktioniert tadellos. Etwas umständlich ist es, wenn Du ein Foto mehrmals in Photoshop bearbeiten willst. Denn jedesmal wird eine Kopie des Fotos erstellt. Falls Du das PSD mit der Option Öffnen mit… aus dem Teilen-Dialog öffnest, wird auch eine Kopie erstellt. Allerdings hast Du dann in Photoshop die Option Senden an Lightroom nicht mehr. Vielleicht gibt es dazu später noch eine Verbesserung dieses Features, so dass Du in der Lage bist PSD-Dateien in Photoshop öffnen zu können ohne andauernd neue Kopien erstellen zu müssen.

Virtuelle Kopien jetzt auch auf dem iPad (und dem Smartphone)

Eine der Funktionen, die viele Anwender der mobilen Lightroom-App vermisst haben, betrifft virtuelle Kopien. Damit erstellst Du eine Kopie eines Fotos und bearbeitest es unabhängig vom Original. Virtuell bedeutet in diesem Kontext, dass das Foto nicht wirklich kopiert wird und wertvollen Speicherplatz verwendet, sondern dass es nur eine Referenz auf das Originalfoto in einem bestimmten Bearbeitungszustand ist. Dieses Feature heisst in den mobilen Apps von Lightroom Versionen.

Die neue Funktion ist verfügbar, wenn Du ein Foto im Bearbeitungsmodus geöffnet hast. Neben den bekannten Buttons für Entwickeln, Vorgaben, Zuschneiden & Co gibt es hier ein neues Icon in Form einer Uhr mit einem Kreispfeil (in dem Screenshot ist der heller als die anderen Buttons an der rechten Seite). Aktivierst Du die Versionen, hast Du die Möglichkeiten neue Versionen aus der aktuellen Bearbeitung zu erstellen oder zwischen vorhandenen Versionen umzuschalten.

Es ist leider nur möglich eine der Versionen als aktuelle Bearbeitung zu setzen. Das ist ein Unterschied zu der Funktion von virtuellen Kopien bei Lightroom Classic. Dort kannst Du beliebig viele virtuelle Kopien erstellen und alle sind auch direkt im Katalog und den Sammlungen verfügbar. Hier musst Du immer zwischen den Versionen hin- und her schalten. Aber damit kann man erstmal arbeiten. Die Aufgabe, einen anderen Zuschnitt von Fotos zu erstellen, lässt sich damit sehr gut lösen.

Weitere Neuerungen in Lightroom CC für das iPad

Die weiteren Neuerung sind bis auf die erste ausschließlich Nutzern mit Abo vorbehalten.

  • Unter iOS13 kannst Du für Dein Wasserzeichen auf alle Schriftarten zugreifen, die auf Deinem Gerät installiert sind.
  • Bei den lokalen Anpassungen mit dem Korrekturpinsel, dem Verlaufs- und Radialfilter kannst Du Farbanpassungen vornehmen. Zusätzlich gibt es noch eine Option die Feinabstimmung bei Farben zu aktivieren. Damit kannst Du sehr feingranular die Farbanpassung bestimmen.
  • Für den Import kannst Du einstellen, welche Profil Du für den RAW-Import Du verwenden willst. Anstatt der Adobe Farbprofile ist es jetzt auch möglich, die Farbprofile Deiner Kamera oder beliebige Presets zu verwenden.
  • Du hast die Möglichkeit den Zugriff auf Deine freigegebenen Alben feingranular zu bestimmen. Darüberhinaus bekommst Du Benachrichtigungen, falls jemand ein Foto in einem freigegebenen Album liked oder kommentiert.
  • Möchtest Du die Bearbeitung Deiner Bilder gerne mit anderen teilen, kannst Du das im Bereich Lightroom entdecken tun.
  • Unterstützung der neuesten Kameras und Objektive in Adobe Camera Raw Version 12.3 (eine vollständige Liste der unterstützten Kameras und Objektive findest du unter http://www.adobe.com/go/supported_cameras_de).

Meine Meinung über dieses Update

Die Integration mit Photoshop und die Versionen waren beide überfällig. Für mich kommen sie genau zur richtigen Zeit, weil ich mehr und mehr nur noch auf dem iPad meine Fotos bearbeite. Ich habe häufiger den Fall, dass ich verschiedene Formate von Bildern brauche. Mit den Versionen kann ich das jetzt machen, ohne ein Foto als DNG exportieren und dann direkt wieder importieren zu müssen, was sich auch auf den Speicherplatz niederschlägt.

Das Zusammenspiel mit Photoshop ist sehr praktisch, auch wenn ich es nicht so häufig brauche. Jetzt muss nur Photoshop die notwendigen Schritte machen, um auf Affinity Photo aufzuschliessen, die noch einen deutlichen Funktionsvorsprung haben.

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